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Integration durch Musik und Sprache

Mitglieder des Rotary-Clubs Saarbrücken überzeugten sich bei einem Besuch in der Ganztagsgrundschule Kirchberg vom Erfolg des Musikschul-Projektes „Integration durch Musik und Sprache“, das die Rotarier in den vergangenen zwei Jahren mit 24.000 Euro unterstützt haben.

Einsatz für Frieden und Völkerverständigung – weltweit und vor Ort

"Integration durch Musik und Sprache" an der Ganztagsgrundschule Kirchberg (Foto: Jean M. Laffitau)

"Integration durch Musik und Sprache" an der Ganztagsgrundschule Kirchberg (Foto: Jean M. Laffitau)

Weltweit setzen sich 35.000 Rotary-Clubs für Frieden und Völkerverständigung ein, unter anderem mit Hilfsprojekten in den ärmsten Ländern der Welt. „Durch die vielen Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen, hat sich die Möglichkeit eröffnet, unserer Aufgabe auch hier vor Ort gerecht zu werden“, sagte Kurt Engler, Vorsitzender des Gemeindienstausschusses des Rotary-Clubs Saarbrücken. 24.000 Euro spendeten die Mitglieder des Clubs in den Jahren 2016 bis 2018, um das Musikschul-Projekt „Integration durch Musik und Sprache“ an der Ganztagsgrundschule Kirchberg in Malstatt zu ermöglichen.

„Hier ist jeder Euro gut investiert“, versicherte Schulleiter Michael Jung, der gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Annina Casalino über die großen Herausforderungen berichtete, die das Kollegium Tag für Tag mit großem Engagement annimmt. Von den rund 300 Kindern, die die Ganztagsgrundschule Kirchberg besuchen, haben 250 einen Flucht- oder Migrationshintergrund, 160 von ihnen haben keine ausreichenden Deutschkenntnisse. „Für unsere Kinder ist es extrem wichtig, Sprache durch die Musik in der Gemeinschaft zu lernen“, betonte Jung. „Denn nur so können wir ihnen zu einem möglichst guten Start an den weiterführenden Schulen verhelfen“, so Jung.

"Integration durch Musik und Sprache" an der Ganztagsgrundschule Kirchberg (Foto: Jean M. Laffitau)

Kurt Engler (l.) und Peter Edlinger, Präsident des Rotary-Clubs Saarbrücken (Foto: Jean M. Laffitau)

Für Peter Edlinger, Präsident des Rotary-Clubs Saarbrücken, steht der Erfolg des Projektes außer Frage: „Dafür braucht man sich nur Eure Vorführung anzusehen und Euch zuzuhören“, sagte er zu den rund 70 Drittklässlern, die anlässlich der Zwischenbilanz zum ersten Mal auf der Bühne standen. Trotz sichtlichem Lampenfieber machten sie ihre Sache so gut, dass das Publikum begeistert klatschte und sich von humoristischen Pointen der Lieder zum Lachen bringen ließ.

"Integration durch Musik und Sprache" an der Ganztagsgrundschule Kirchberg (Foto: Jean M. Laffitau)

Esther Klein erklärte das musikpädagogische Konzept des Projektes (Foto: Jean M. Laffitau)

„Es war einmal ein Wasserhahn, der tropfte pausenlos...“  heißt eine der musikalischen Geschichten, die die Kinder unter Leitung von Musikschullehrerin Esther Klein erzählten – trommelnd, singend, skandierend, klatschend, stampfend und einfach alles einsetzend, womit man Musik machen kann. Denn auch der eigene Körper lässt sich dank „Bodypercussion“ für die rhythmische Begleitung nutzen, aber auch Küchengeräte, die der tropfende Wasserhahn in dem Lied zum Tanzen animiert.

Was so spielerisch aussieht und den Kindern ganz offensichtlich riesige Freude macht, ist das Ergebnis eines wissenschaftlich fundierten Konzepts. Esther Klein, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Birgit Ibelshäuser leitet, erläuterte die besondere Eignung der Elementaren Musikpädagogik (EMP) für die Stärkung der Sprachkompetenz. „Die EMP kommt der Förderung der Sprachentwicklung sowie dem Inklusionsgedanken mit ihren Inhaltsbereichen und Arbeitsweisen sehr entgegen“, so Klein. „Denn Stimme und Sprache stellen in der EMP einen eigenen Inhaltsbereich dar, und mit einer entsprechenden Lied- und Themenauswahl kann man der Erlebnis- und Gedankenwelt der Kinder Rechnung tragen.“

Peter Edinger und Kurt Engler bedankten sich zum Abschluss der Präsentation bei allen Beteiligten: bei den Musikschullehrerinnen, der Schulleitung, den Klassenlehrerinnen sowie bei Musikschulleiter Thomas Kitzig. 

Die großzügige finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs Saarbrücken wurde nicht nur durch Clubbeiträge, sondern auch durch individuelle Spenden von Mitgliedern ermöglicht, berichtete Kurt Engler, der eine eventuelle Weiterführung des rotarischen Engagements an der Kirchbergschule in Aussicht stellte.

Wie wertvoll gemeinsames Musizieren für jedes einzelne Kind und für den sozialen Zusammenhalt in den Klassen ist, wissen die Mitglieder des Rotary-Clubs Saarbrücken bereits durch das Pilotprojekt „Sozialer Friede durch aktives Musizieren“, das 2004 an der Rotenbergschule (heute Max-Ophüls-Grundschule) von der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken gestartet und von den Rotariern finanziert worden war.